Nachhaltiger Wiederaufbau im Ahrtal

Das Ahrwasser 2021 erreichte das 2. Obergeschoss des 4-Geschossers in Mayschoß. Nun wird das Gebäude zukunftsfähig wieder aufgebaut – energetisch und ökologisch.

Der Wiederaufbau erfolgt nach höchsten Nachhaltigkeitskriterien:

Ein hochwärmegedämmte Fassade, mit natürlichen Baustoffen gedämmt, ist ein Selbstverständnis. Ebenso ein Energiekonzept mit Wärmerückgewinnung statt fossiler Brennstoffe und der Einsatz von ökologischen, regionalen Baustoffen.

Im Fokus: ReUse

Der Wiederverwendung von Materialien aus der Umgebung, nicht Entsorgung, sondern nochmalige Nutzung von Baumaterial.

Dies umfasst bspw. die Dachziegel von Nebengebäuden, welche abgerissen werden. Auch die alten Öltanks des Gebäudes – diese werden zu Regenwassertanks umfunktioniert und finden damit ebenfalls sinnvolle Funktion.

Aus Dachstuhlholz abgerissener Häuser in der Umgebung wird die neue Fassade des Mehrfamilienhauses gefertigt. Die Wasserstandslinie im 2. Obergeschoss wird optisch und gestalterisch durch die Holzfassade aufgegriffen. So soll das Gebäude am Ortseingang von Mayschoß eine Erinnerung schaffen und ein bewusstes Statement setzen.

Ein besonderes Team

Ein Team von Studierenden des SolarDecathlon in Wuppertal hat sich unter der Leitung von >> raum für architektur << zusammen gefunden, um den Wiederaufbau des Gebäudes und die Sanierung der 12 Wohnungen durchzuführen. Dabei umfasst das Team Studierende verschiedener Hochschulen in interdisziplinärer Besetzung – ArchitektInnen, BauingenieurInnen und Zimmersleuten.

Wirklich nachhaltiger Aufbau – die Motivation aller Beteiligten. Traditionelle Baustoffe gepaart mit traditionellem Handwerk. Bewusster Verzicht von fertig gemischten Produkten. Bewusste Entscheidung für den ReUse vorhandener Baumaterialien aus dem Ahrtal.

Der private Besitzer des Gebäudes freut sich ebenso wie die bisherigen Bewohner, dass das gesamte Haus auf diese Art und Weise wiederaufgebaut wird. Er unterstützt das Projekt in jeder Hinsicht und ist begeistert vom Engagement und Inspiration der Studierenden.

Im Herbst diesen Jahres werden die Studierenden vor Ort wohnen und geführt durch das Architekturbüro und Fachleute den direkten Bezug von Theorie und Praxis bewusst erleben und gestalten. Dabei sind eine integrierte Planungs- und Ausführungsstrategie und Vorgehen gefordert, die Werkplanung wird quasi direkt am Objekt verifiziert. Ständiges Durchdenken. Die Theorie erfolgt quasi direkt am Objekt.